Elektronik, HiFi, Messe

Wirkungsgrad zum Stecken

Was für ein Konzept ist das denn? 88dB oder doch lieber 96? Ich habe die Lautsprecher von PureAudioProject schon mal irgendwo gesehen, nur stand das Holzhorn nie so einladend daneben. Elegante Lösung fürs Upgrade, dazu noch ne offene Weiche zum Umstecken und Tunen, alles ohne Löten. Klingt verdammt gut, geht unglaublich tief, schiebt viel Luft. Allenfalls etwas weich. Geschmacksfrage. Mir gefällt es mit der Zeit immer besser.

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Jetzt läuft doch noch Stimela wie schon prophezeit. Ist sehr ok, woanders hätte ich es heute nicht hören mögen.

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Elektronik, HiFi, Messe

Danielas Winterzauber

Bei Manger passt der Raum in diesem Jahr wieder ganz gut. War nicht immer so, aber heute gibt es nix zu meckern. Ich mag die aktive S1 immer noch lieber ob ihrer Direktheit, aber der Markt sagt da wohl was anderes 😉 Was außerdem noch positiv auffiel ist der kleine Scheu-Dreher. Sieht aus wie ein buntes Brett, macht aber richtig Musik. Ruhig, übersichtlich, komplett.

Draußen schneit es. Malerisch.

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Elektronik, HiFi, Messe

Len-Hifi mit Audioplan

Da spielen hORNS mit Neukomm, Linnenberg und einem Sikora-Plattenspieler. Das Netzfilter von Tsakiridis nicht zu vergessen 🙂

Mega entspannt und trotzdem ziemlich direkt. Können Sie sich vorstellen, dass ich sowas schreibe während eine Platte von Shakti läuft? Nee? Ich auch nicht so richtig. Ist aber die reine Wahrheit. Zu Hause halte ich dieses Gejickel keine zwei Minuten aus, nicht über die Bullfrogs, nicht über Kopfhörer und schon gar nicht über die Sonics Amerigo. Chapeau!

Sollte man unbedingt hören.

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Elektronik, HiFi, Messe

Spannender Vergleich: Band gegen Notebook

Das war lehrreich.

Gleiche Musik, einmal als CD-Rip, wiedergegeben über einen kleinen Wandler (Apogee Duet Firewire), und einmal als Überspielung der selben CD vom Band bei 38cm/s.

Die Unterschiede sind je nach Musik mal schwer mal sehr schwer auszumachen. Im Grundton kommt das Band minimal körperhafter rüber. Auch Stimmen sind etwas einfacher zuzuordnen. Aber das kann man beim nächsten Stück unter Umständen schon nicht mehr sicher sagen.

Ein Sieg für beide Seiten: Erstaunlich ist zum Einen, was so alte Technik (guter Service von der Hifi-Zeile vorausgesetzt) heute noch reißt. Zum Anderen darf erfreut festgestellt werden, wie weit ein Laptop mit einem 10 Jahre alten Audiointerface für seinerzeit 600€ kommen kann. Zum Musikhören reicht das einfach mal aus.

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Elektronik, HiFi, Messe

Norddeutsche Hifitage 2018, mein erster Raum zum Wohlfühlen

Living Voice, EAR, Dr. Feickert

Ich habe schon einige Räume durch, hier wird zum ersten Mal richtig Musik gehört. Ziemlich dunkel abgestimmt, klangfarbenstark, erholsam. Der Plattenspieler strahlt unglaublich viel Ruhe aus. Bei gut gemachter Rockmusik ist das eine Kette zum Wegträumen und die Zeit vergessen. Gönnen Sie sich das mal, zumal der Vertrieb sehr nett und einladend daher kommt.

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Fragwürdig finde ich lediglich das Preisschild der Living Voice Avatar OBX-RW3(?) . Eine vernünftige (d.h. Informationen bereitstellende) Webseite vom Hersteller kann ich Ihnen leider nicht anbieten. Aber einen Satz erlaube ich mir dazu noch: Wenn man 13.500€ für einen konventionellen dynamischen Lautsprecher aufruft, und wenn dieser Lautsprecher aus Spanplatte gefertigt ist und mit Chassis aus der Großserie bestückt wird, dann hat wenigstens das Furnier nicht auszusehen wir bei einer Heimkino-Box aus dem Elektromarkt. Die externe Weiche im ebenso bescheidenen Gehäuse machts nicht besser.

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Millett’s NuHybrid – (2) – Was Besonderes bestellen

Ein Schmankerl hab ich mir noch gegönnt, ebenfalls heute geliefert vom Röhrenhaus Anette Kunisch, gibts aber auch bei Thel und den üblichen anderen Verdächtigen.

Ein feines japanisches Leitplastik-Poti von TKD. Ich bin gespannt, wie es läuft und klingt.

Damit fehlt nur noch die Platine und die Hauptdarstellerin, die Nutube. Petes Päckchen liegt gerade in Paris, es dauert also nicht mehr lange. Der United States Postal Service ist was gaaanz anderes als FedEx – das Paket macht eine lustige Reise von McKinney, TX über Dallas, TX und Stamford, CT, weiter nach Jamaica NY endlich zum Flughafen JFK (ebenfalls NY). Den Lötkolben pack ich erstmal wieder weg.

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Millett’s NuHybrid – (1) – Bestellen

Am Sonntag ging ich noch davon aus, dass die Lieferung Tage, gar Wochen dauern würde. Es wäre mir recht gewesen. Am nächsten Wochenende finden in Hamburg die Norddeutschen Hifitage und die Hansespirit statt. Da wollte ich ganz sicher was anderes machen als am Lötkolben zu sitzen.

Nun sind die Jungs und Mädels bei Mouser.com aber von der schnellen Sorte. Heute war schon der Fedex-Mann da und brachte ein Paket voller pieksauber in Beutelchen abgezählter Teile mit Inventarliste zum Abhaken. Großartig!

Was zu Mouser.com noch zu sagen ist: Die Teilevielfalt empfinde ich als unglaublich. Es gibt eben nicht einfach nur Metallfilmwiderstände mit bestimmten Daten und Toleranzen – es gibt sie von zig Herstellern in den dollsten Bauformen, die ich beim ehrwürdigen Conrad noch nicht gesehen habe. Bei elektromechanischen Bauteilen wie Steckern und Buchsen wird diese Vielfalt dann aber schnell zum Fluch, denn nach den Symbolbildern kann man bei Mouser nicht gehen. Und die Suchfilter funktionieren auch nur so halbgut. Man wälzt Datenblätter, mehr als eigentlich nötig wären.

Wenn Sie also die volle Auswahl bei fairen Preisen brauchen, Teilelisten in Projekten verwalten wollen und viel Zeit zum Suchen haben, ist Mouser eine gute Wahl.

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Branche, DIY, Elektronik, Röhren

Neue Röhren – für und wider

Worum geht es hier: Es geht um eine tatsächliche Neuerfindung im Bereich der guten alten Elektronenröhre, was die Enthusiasten drüber denken, was die DIY-Szene damit macht und letztlich auch, was „der Markt“ mit solcherlei Exotenkram anstellt.

The Korg Nutube

Image by Pete Millett

Der Anfang war wohl am 22.91.2015, als Korg und Noritake, der eine versierter Vordenker und Hersteller von Synthies, Studiozubehör, E-Pianos und Effektgeräten, der andere nicht weniger versierter Hersteller von TFTs und von Vakuum-Fluoreszenz-Displays, bekanntgaben, dass Sie ein neues revolutionäres Produkt ersonnen hätten: Die KORG Nutube, eine Elektonenröhre für Korgs Effekgeräte auf Basis der VFD-Technologie von Noritake. Die Ähnlichkeit der Grundprinzipien liegt auf der Hand: Eine direkt geheizte Kathode emittiert Elektronen durch ein Vakuum auf eine positiv geladene Anode, die mit Phosphor behandelt ist. Diese leuchtet. Ein elektrisch geladenes Gitter regelt die Helligkeit. Soweit ist das von der guten alten Triode nicht entfernt.

Die Selbstbauer bei DIYAudio.com entdeckten die Neuigkeit dann 8 Tage später. Und schon entspannen sich zahlreiche Beiträge über das prinzipielle Für und Wider. Da gab es jene, die angesichts der riesigen Restbestände an billigen Kleinspannung-Röhren (z.B. für Hörgeräte und Autoradios) den Sinn anzweifelten, und solche, die sich fragten, was von der Zukunftssicherheit zu halten sei, wenn man Schaltungen entwickle, deren verstärkender Hauptbestandteil nur von einem Hersteller möglicherweise“ als Testballon“ zur Verfügung gestellt werde. Und es gab jene, die VFDs aus Videorecordern und Autoradios schon testweise in Vorstufen verwendet hatten und Schlimmes berichteten: Die Dinger klingen überhaupt nicht. Kunststück – Sie wurden nie dafür gebaut!

Mich ließ das etwas ratlos zurück: Da ist die Elite der Selbstbauer. Für mich sind das die Leute, die das ingenieurmäßige „Sieht interessant aus, da mach ich was draus!“ täglich leben. Und diese Leute reden einen innovativen technischen Ansatz erstmal klein?

The NuHybrid PCB (Image by Pete Millett)

Zum Glück ist es dabei nicht geblieben: Im Jahre 2017 kamen die ersten Vorschläge, die man ernst nehmen konnte. Und einen davon werde ich bauen und davon an dieser Stelle berichten: Pete Millett ist ein Urgestein. Sein Hybrid-Kopfhörerverstärker erfreut sich seit 2002 großer Beliebtheit, ist hundertfach nachgebaut und eifrig optimiert worden. Seit 2016 macht sich Millett für die Nutube stark. Er hat erreicht, dass Korg überhaupt kleinere Stückzahlen an OEMs ausliefert.

Seit März 2017 gibt es von ihm den NuHybrid und einen Röhrenbuffer auf Nutube-Basis.

Millett NuHybrid Headphone Amp (Image by Pete Millett)

Den NuHybrid finde ich hochinteressant. Wenn die Röhre auch nicht billig ist (ca. 50€), so gibt Millett die professionell gearbeitete Platine für den Kopfhörerverstärker doch kostenlos dazu. Eine andere Beschaffungsmöglichkeit für die Nutube kenne ich derzeit sowieso nicht. Besonders schön: Milletts Projekte sind sehr gut dokumentiert mit Aufbauanleitung, aktiver Fehlerbereinigung im Forum bei Head-Fi und einer vollständigen Einkaufsliste bei Mouser(!). Das ist schon Service der besonderen Art.

Threads lesen, Detailentscheidungen treffen und bestellen sind Dinge, die bei mir immer etwas dauern, aber seit gestern Abend sind alle Teile, die ich nicht noch rumfliegen hatte, geordert. In ein paar Wochen geht es los, dann kommen auch selbstgemachte Fotos…

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Elektronik, kunst, offtopic, vintage

Off-HiFi: Wandlung im doppelten Sinne

Liebe Leser,

Upcycling ist keine neue Idee. Seit Jahren führen uns kreative Menschen vor Augen, wie viel wir wegwerfen. Es ist so viel, dass es sogar reicht um alle Arten von Kunsthandwerk, Gebrauchsgegenständen und Designs zu produzieren, ohne dass unser Wohlstandsmüll dadurch wesentlich reduziert würde. Es ist zu viel.

Nun können wir darüber betrübt sein, wir können aber auch unsere Äpfel lose nach Hause tragen. Wir sollten nachhaltige Produkte kaufen und allgemein mehr auf die lange Haltbarkeit von Konsumgütern achten. Wir HiFi-Verrückten sind da mit dem eingebauten Gewissens-Doping versorgt: Unsere Anschaffungen überleben das nächste Handy um den Faktor 10. (Dass der so langlebige japanische SET-Verstärker im Laufe seiner hifidelen Lebenszeit die Energieressourcen einer Großfamilie verschlingt , ist ein anderes Thema…)

Um wieder auf’s kreative Upcyceln zu kommen – das ist für mich nicht die Lösung. Es ist eiun wertvoller Hinweis, es ist kreatives Statement, bewusster Umgang mit Materialien, es ist Perspektivenwechsel und manchmal ist es einfach schön.

Die Hamburgerin Marina Nörren gestaltet unter dem Label „Transformator-Art“ Schmuck aus Elektronik. Sie verwandelt schnöden bis ultra-edlen Elektroschrott in hoch individuelle, tragbare Kunst. Der hier dargestellte Anhänger ist Wandlung in dreierlei Hinsicht.

  1. Vom Schrottteil zu einem Paar Manschettenknöpfe (damals noch mit dem Kunststoffgehäuse).
  2. Nach dem Verlust des Linken wurde der Rechte geöffnet und zum Anhänger umgearbeitet.
  3. Und schließlich Wandlung, Aspekt Nr. 3: Der Baustein ist tatsächlich ein früher Digital-Analog-Wandler von Burr-Brown (DAC801k).

Wer sich die wunderbaren Arbeiten von Frau Nörren selbst besehen möchte, findet sie oft samstags von 11-18 Uhr beim „Der.Die.Sein Markt“ im Unilever-Haus. Zum Abschluss gibt es noch ein paar Manschettenknöpfe – mann kann ja nie genug davon haben…

Marina_MK

 

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