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Womit ich so Musik höre

Ja, das ist ein ziemlich egofuckiger Lückenfüller – ich weiß. Aber im Job wie auch privat ist es gerade zu turbulent um über was Substantielles wie Musik zu schreiben. Auch neue Technik ist rar: Der ifi AC ipurifier steckt in verschiedenen Setups immer wieder mal in der Steckerleiste – ein Urteil gibt es dazu aber immer noch nicht. Da liste ich doch erstmal auf, womit ich so Musik höre.

Neben den tragbaren Gerätschaften für S-Bahn, einsame Fußweg und langweilige Hotelzimmer gibt es nämlich zwei etwas größere Setups. Nur falls mal einer fragt:

Raum 1

  • Plattenspieler Technics Sl-1210 mit AT440MLa, Carbonmatte und Plattengewicht bfly PG1+ MK2
  • Digitaltransport Raspberry Pi 2B mit Tuning-Netzteil ifi iPower
  • DAC ifi micro iDSD
  • Diverse Kopfhörer von AKG, Shure und Beyerdynamic
  • Kopfhörerverstärker Millett NuHybrid
  • Phono Vorverstärker Little Bear T10, externes Netzteil und weitere Modifikationen
  • Vollverstärker Cayin A-55T
  • Cinchkabel Martion Orgon Blue
  • Lautsprecherkabel Kimber 8PR
  • Lautsprecher Sonics Amerigo
  • Zubehör Netzkabel und ungefilterte Netzleiste DIY auf Basis von Rittal 7240, Sorbothane-Dämpfer, Rack IKEA Expedit (wegen der Schallplatten)

Raum 2

  • Digitaltransport Raspberry Pi 3 mit HifiBerry Digi Pro
  • SACD-Player Denon DVD-3930
  • Reclocker Mutec MC-3+ Smart Clock
  • DAC, DSP, Frequenzweiche, Raumkorrektur, Vorverstärker MiniDSP 4×10 HD
  • Aktivlautsprecher mit 4-Kanal-Endstufe Martion Bullfrog
  • Kabel alle DIY auf Basis von Cordial, MTI und Sommer
  • Zubehör Netzkabel und ungefilterte Netzleiste DIY auf Basis von Rittal 7240, Rack von Martion

Server

HP-server mit Intel i5, 8GB RAM, 128GB SSD, 4TB HDD, Teac DVD-Laufwerk, Windows 10, Logitech Media Server 7.9 nightly, EAC, Filternetzleiste, WLAN 802.11ac, Internetanbindung mit VDSL 100MBit/s

Und falls noch jemand weiter fragt: Das ganze Streamingzeugs läuft über WLAN, selbst DSD64 und PCM mit 24/192 sind damit problemos und wohlklingend machbar. Für die Leute, die sich gerade überlegen ihr Geld für audiophile Cat.7-Strippen und audiophile Switche auszugeben: Muss man nicht.

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Millett’s NuHybrid – (4) – Villa Lötfried

Am letzten Wochenende war es so weit:

3 Stunden dauert es, dann steht der Millett NuHybrid da und ist benutzbar. Was Sie brauchen, ist Sorgfalt beim Sortieren der Teile, Petes Anleitung, einen vernünftigen Lötkolben, Lötzinn, eine dritte Hand, gern mit Lupe, einen Saitenschneider, einen Uhrmacherschraubendreher und ein Digitalmultimeter. Was ich noch benutzt habe, ist eine Atemmaske, denn obwohl auf meinem neuen Lötzinn groß „halogenfrei“ steht und es auch deutlich weniger qualmt als mein altes – gesund fühlt sich das verdampfende Flussmittel irgendwie nicht an.

Die Rückseite ist nicht so schön geworden, aber meine Lötstellen werden mit der Zeit immer besser. Letztlich ist es zweitrangig – offensichtlich habe ich fehlerfrei gearbeitet. Ales funktioniert aus dem Stand. Beim ersten Messen des Ruhestroms habe ich mich gehörig erschreckt. 0 Volt? Was‘ denn das? Oh, ähm, die OpAmps vergessen einzustecken.

Dann am Abend mein erster Funktionstest, das klingt ja warm und butterweich. Die Nutube ist aber übelst mikrofonieanfällig. Nun ja – ein verklebtes Sandwich aus Aluplatten und Teichfolie ins Gehäuse montiert und schon steht die Kiste fest genug, um sich nicht vom Cinchkabel über den Tisch ziehen zu lassen.

Enttäuscht bin ich vom teuren Poti aus Japan. Das TKD brummt, wenn meine Hand in seine Nähe kommt. Und es kratzt. Am unteren sowie oberen Ende des Regelbereichs kommt noch ein Fauchen dazu. Das hab ich mir anders vorgestellt. Doch auch das lässt sich teilweise beheben: Eine Erdungsschelle hinter der Überwurfmutter und ein Stück Litze zum Massepol der LED. Dann ein paar Mal zügig am Regler gedreht. Schon ist Ruhe.

Den Tipp mit der Erdung des Potis finden Sie neben zahlreichen anderen wertvollen Hinweisen im Thread bei Head-Fi.org

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Röhrenschirmung DIY

Es ist schon ungemein praktisch, einen Frisör zum Freundeskreis zählen zu dürfen. Die 24mm-Lockenwickler passen perfekt um die drei 6N2P aus meiner Phonovorstufe zu beruhigen. Sie passen gerade so über die Röhren und sitzen auf der umlaufenden Nut des Keramiksockels auf. Kurzschlussgefahr besteht also nicht.

Rauscht weniger? Rauscht weniger.

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Neue Röhren – für und wider

Worum geht es hier: Es geht um eine tatsächliche Neuerfindung im Bereich der guten alten Elektronenröhre, was die Enthusiasten drüber denken, was die DIY-Szene damit macht und letztlich auch, was „der Markt“ mit solcherlei Exotenkram anstellt.

The Korg Nutube

Image by Pete Millett

Der Anfang war wohl am 22.91.2015, als Korg und Noritake, der eine versierter Vordenker und Hersteller von Synthies, Studiozubehör, E-Pianos und Effektgeräten, der andere nicht weniger versierter Hersteller von TFTs und von Vakuum-Fluoreszenz-Displays, bekanntgaben, dass Sie ein neues revolutionäres Produkt ersonnen hätten: Die KORG Nutube, eine Elektonenröhre für Korgs Effekgeräte auf Basis der VFD-Technologie von Noritake. Die Ähnlichkeit der Grundprinzipien liegt auf der Hand: Eine direkt geheizte Kathode emittiert Elektronen durch ein Vakuum auf eine positiv geladene Anode, die mit Phosphor behandelt ist. Diese leuchtet. Ein elektrisch geladenes Gitter regelt die Helligkeit. Soweit ist das von der guten alten Triode nicht entfernt.

Die Selbstbauer bei DIYAudio.com entdeckten die Neuigkeit dann 8 Tage später. Und schon entspannen sich zahlreiche Beiträge über das prinzipielle Für und Wider. Da gab es jene, die angesichts der riesigen Restbestände an billigen Kleinspannung-Röhren (z.B. für Hörgeräte und Autoradios) den Sinn anzweifelten, und solche, die sich fragten, was von der Zukunftssicherheit zu halten sei, wenn man Schaltungen entwickle, deren verstärkender Hauptbestandteil nur von einem Hersteller möglicherweise“ als Testballon“ zur Verfügung gestellt werde. Und es gab jene, die VFDs aus Videorecordern und Autoradios schon testweise in Vorstufen verwendet hatten und Schlimmes berichteten: Die Dinger klingen überhaupt nicht. Kunststück – Sie wurden nie dafür gebaut!

Mich ließ das etwas ratlos zurück: Da ist die Elite der Selbstbauer. Für mich sind das die Leute, die das ingenieurmäßige „Sieht interessant aus, da mach ich was draus!“ täglich leben. Und diese Leute reden einen innovativen technischen Ansatz erstmal klein?

The NuHybrid PCB (Image by Pete Millett)

Zum Glück ist es dabei nicht geblieben: Im Jahre 2017 kamen die ersten Vorschläge, die man ernst nehmen konnte. Und einen davon werde ich bauen und davon an dieser Stelle berichten: Pete Millett ist ein Urgestein. Sein Hybrid-Kopfhörerverstärker erfreut sich seit 2002 großer Beliebtheit, ist hundertfach nachgebaut und eifrig optimiert worden. Seit 2016 macht sich Millett für die Nutube stark. Er hat erreicht, dass Korg überhaupt kleinere Stückzahlen an OEMs ausliefert.

Seit März 2017 gibt es von ihm den NuHybrid und einen Röhrenbuffer auf Nutube-Basis.

Millett NuHybrid Headphone Amp (Image by Pete Millett)

Den NuHybrid finde ich hochinteressant. Wenn die Röhre auch nicht billig ist (ca. 50€), so gibt Millett die professionell gearbeitete Platine für den Kopfhörerverstärker doch kostenlos dazu. Eine andere Beschaffungsmöglichkeit für die Nutube kenne ich derzeit sowieso nicht. Besonders schön: Milletts Projekte sind sehr gut dokumentiert mit Aufbauanleitung, aktiver Fehlerbereinigung im Forum bei Head-Fi und einer vollständigen Einkaufsliste bei Mouser(!). Das ist schon Service der besonderen Art.

Threads lesen, Detailentscheidungen treffen und bestellen sind Dinge, die bei mir immer etwas dauern, aber seit gestern Abend sind alle Teile, die ich nicht noch rumfliegen hatte, geordert. In ein paar Wochen geht es los, dann kommen auch selbstgemachte Fotos…

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