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Wie kaufe ich eine Stereoanlage für 3000€ – Teil 3

Empfehlungen zur Stereoanlage, Teil 3: empfohlene Geräte

Hier liste ich einfach mal auf, was ich für besonders sinnvoll und anhörenswert halte. Die Reihenfolge enthält meine persönliche Wertung. Ich hatte schon mal geschrieben, dass ich von den Megasellern Yamaha, Denon, Marantz, Canton etc. nichts halte. Daher gibt es dazu auch keine Empfehlungen. Wobei, die aktuelle Miniaturkette von Marantz mit dem schönen Namen „MusikLink HD“ sollte man sich schon mal anschauen…

1. Lautsprecher (nur Standlautsprecher, bei Kompakten fehlt mir immer die unterste Oktave)

  • Dali Opticon 5 (1400€)
  • Bowers & Wilkins 683 S2 (1500€)
  • Teufel Definion 3 (1650€, Direktvertrieb)
  • Triangle Elara LN07 (1500€)
  • Dali Zensor 5 AX (1000€, Aktivlautsprecher, Preisknaller!)
  • Nubert NuPro A500 (1790€, Aktivlautsprecher, nur Direktvertrieb)
  • Klipsch RP 280F (1500€)

2. Verstärker

(Im Sinne besserer Zukunftssicherheit sollten Verstärker einen asynchonen USB-Port und Digital-Eingänge haben, aber das liegt dann oft über der in diesem Guide angepeilten Preislage. Bei Aktiv-Lautsprechern fällt der Verstärker weg.

  • NAD C356 BEE (600€)
  • Cambridge CXA60 (800€, Digital- und Analog-Eingänge, leider kein USB)
  • AMC 3100 MK2 (750€, Digitaloption um Nachrüsten)
  • Exposure 1010A (560€)

3. CD-Player (habe selbst keinen, Aussagen sind etwas schwierig)

  • NAD C546 BEE (550€)
  • Cambridge CXC (529€, reines CD-Laufwerk, braucht einen Digital-Analog-Wandler z.B. den CXA60, zusammen auch optisch ne feine Sache)
  • Rega Apollo R (800€, richtig toll!)

4. Kabel

Ab jetzt wird’s schwierig. Bei den Aktivlautsprechern brauchen Sie andere Kabel als bei den passiven. Auch macht es einen Unterschied, ob Sie die Daten zwischen den Geräten bzw. auch zum Lautsprecher digital oder analog übertragen. Genau hier hilft der Fachhändler.

Die Preisspanne bei Kabeln ist riesig. Für ein Cinch-Kabel kann man zwischen 0,50€ und 12.000€ zahlen – für einen Meter(!). Ich halte das Meiste daran für totalen Blödsinn, allerdings hat mich diese Erkenntnis auch schon einige hundert Euro gekostet. Mittlerweile setze ich selbst eher solides Zeug ein (Kimber 8PR, Inakustik NF202 und diverse Kabel von MIT, diese Sachen sind in Relation zur 3000€-Anlage aber immer noch zu teuer.) Das Folgende ist also eher eine lockere Empfehlung:

4a. Lautsprecher-Kabel

  • Sommer Meridian oder Magellan
  • Kimber White Shadow
  • Kimber 4PR

4b. Cinch-Kabel

  •  Cordial CFU CC (Studio-Kabel, gibts bei Amazon in Längen ab 0,5 bis 10m, die sind richtig gut!)
  • Inakustik Premium II
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Wie kaufe ich eine Stereoanlage für 3000€ – Teil 2

 Empfehlungen zur Stereoanlage, Teil 2: Händler und Probehören

1. Vorbereitung und Einstieg

Du solltest auf jeden Fall mehrere Termine bei verschiedenen Händlern wahrnehmen.

HiFi-Händler haben außerdem immer nur einen Ausschnitt aus dem Markt im Angebot, kommt darauf an, mit welchen Vertrieben sie zusammenarbeiten. Wenn Du also einen Lautsprecher von Triangle mit einem von DALI vergleichen möchtest, kann es sein, dass Du in Deiner Stadt keinen Händler findest, der beide im Angebot hat. Die Einschränkung hat aber auch was für sich: Ein kleineres Portfolio spricht eher dafür, dass der Händler nach Überzeugung entscheidet und seine Produkte wirklich kennt, schätzt und einschätzen kann.

Schildere, was Du suchst und lass Dich mal darauf ein, und höre auf dein Bauchgefühl. Hat man Dich ernstgenommen? Hat man Dir zugehört?

Ein guter Händler fragt, was Du für einen Raum beschallen möchtest und ob Du schon was Bestimmtes im Auge hast. Und ja, er fragt auch, wie viel Geld Du ausgeben möchtest. Das ist notwendig.

Erst Idee zur Investition: 1000€ für die Elektronik, bis 1800€ für die Lautsprecher, 150€ für Kabel. Wenn man Dir dafür nichts anbieten kann/möchte, geh wieder.

Wenn man Dir Zubehör für mehr als 10% der Gesamtsumme verkaufen möchte, lehne ab.

Wenn man Dir Steckerleisten und Stromkabel anbietet, lehne ab.

Wenn man Dir Produkte anbietet, die Du nicht verstehst, lass Sie Dir vorführen.

2. Hören

Unser akustisches Gedächtnis ist tückisch, von einer Hörerfahrung zur nächsten reduziert sich unsere Erinnerung auf wenige Kernpunkte, überhöht diese und determiniert damit die nächste Hörerfahrung. Notizen machen kann helfen. Ansonsten hilft es nur, nach Modell A, B und C nochmal A anzuhören. Überraschung garantiert.

Sieh Dir den Vorführ-Raum des Händlers mal genauer an: Ist das größentechnisch und akustisch überhaupt mit Deinem Wohnzimmer überhaupt vergleichbar? Wenn nicht, kannst Du Deinen Favoriten auch zu Hause testen?

Nimm eigene CDs mit, die Du gut kennst: Große Besetzung, kleine Besetzung, menschliche Stimme, etwas mit viel Dynamik, etwas mit klaren Rauminformationen, etwas mit vielen Details und auch etwas mit extremem Bass.

Nimm Dir Zeit. Du gibst vielleicht ein paar Tausend Euro aus. Glaube mir – nachher zu Hause zu sitzen und der Zweifel kriecht in Dir hoch – das ist das Gegenteil des Gefühls, das Du gesucht hast.

3. Reden und Zuhören

Sei kritisch – hörst Du wirlich oder meinst Du hören zu können, was Dir der Verkäufer suggeriert. Das ist ein schwieriges Umfeld: Wenn der Fachhändler die Aufnahme kennt und dazu die Stärken wie Schwächen seiner Produkte, dann weist er natürlich gezielt auf einzelne Aspekte hin. Das ist alles in Ordnung, so lange es um Hörerfahrungen geht.

Es gibt Händler, Die Ihre Kunden einfach mal für ne halbe Stunde allein lassen. Sie beeinflussen in dieser Zeit mal gar nicht. Das ist großartig und viel zu selten.

Die Lebensgeschichte und die Überzeugungen der Entwickler, die Philosophie von Anbietern, die vermeintliche Exklusivität, technische Eigenständigkeit oder auch die besonders ausgeprägte Fertigungstiefe von Herstellern sind nette Geschichten, sie sind Verkaufsmasche – noch lange kein Klang. Natürlich macht es Spaß sich mit Insidern über Genies und ihre Schöpfungen auszutauschen. Superseltene Röhren, abgefahrene Schaltungskniffe und Bedienkonzepte, die auf den ersten Blick total schräg wirken, teure Materialien, am besten aus der Raumfahrt, aufwendige Verarbeitung, das kann alles sehr unterhaltsam sein und helfen, sich mit einem Produkt anzufreunden. Diese Vortragsart kann aber auch manipulativ eingesetzt werden. Schließlich möchte der Proband – sorry  – der Kunde nicht so gern zugeben, dass er die rhodinierten WBT-Buchsen allein im Hörtest nicht von Gold und Kupfer unterscheiden könnte. Sie sind halt am doppelt so teuren Lautsprecher dran und damit Teil seiner „Geschichte“.

4. Fazit

Wenn Sie nun nach dem Lesen denken, HiFi-Händler seien schlimme, manipulative Verticker, die einem nur die Argumentationsketten der Vertriebe vorbeten, dann ist das natürlich ein falscher Eindruck. Die allermeisten sind fachkundig, haben Überzeugungen und wollen, dass die Leute zu Hause besser Musik hören. Das kann gar nichts Schlechtes sein.

Sie betreiben ein Gewerbe, von dem es im Gegensatz zu Drogerien nicht an jeder Ecke ein Ladengeschäft gibt. Der Wirkungskreis ist also groß. Sie verkaufen Produkte, deren Preisgestaltung sich oft erst beim genauen Hinsehen erschließt. Und sie haben in der Regel viele Jahre Erfahrung, so dass auch die eigenen Ansprüche recht hoch sind. In der Konsequenz und bezogen auf Informationsaustausch im Internet bedeutet das, dass viele Menschen zu den wenigen Händlern eine Meinung haben. Es bedeutet auch, dass man nicht jedem Menschen vermitteln kann, wozu es Vollverstärker für 10.000 Euro gibt. Und letztlich führt das dazu, dass im Netz viele Händler als arrogant, überheblich, abgehoben oder anmaßend beschrieben werden. Das ist oft genug ein Missverständnis, dem man nur beikommt, wenn man einfach mal hingeht und sich beraten lässt.

 

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kleines audiophiles Helferlein: Sind meine CDs echt?

Haben Sie auch so einige gebrannte CDs im Schrank und fragen sich nun, welche Datenquelle die Freunde, die Ihnen diese Silberlinge einstmals mitgebracht hatten, verwendet haben? Zweifeln Sie an den Mitbringseln von der letzten Ost-Europa-Reise? Sind das jetzt echte PCM/Red-Book-Daten oder sind es zurCD gebrannte mp3-Dateien? Der CD sieht man die Herkunft Ihres Datenmaterials nicht an. Bei schlecht gemachten Produktfälschungen können Sie allenfalls an äußeren Merkmalen stutzig werden – bei gebrannten Privatkopien oder WAV-Dateien hingegen sind Sie auf Ihre Ohren angewiesen.

Womit wir schon beim Thema wären, denn es gibt Abhilfe – den Tau-Analyzer, ein kleins smartes Tool, das diese Frage der Herkunft bei jeder fragwürdigen CD beantworten soll:

Aleksander Djuric startete mit einem Kommandozeilen-Tool (die Basis des Tau-Analyzers), mit dem Produzenten die Quelle von WAV-Files prüfen können. Ein ausgefuchster Algorithmus erkennt dabei anhand des Spektrums typische Artefakte und Limitierungen verlustbehafteter Kompression. Der Autor lebt in Russland und konnte damit in den frühen 2000er Jahren 25% der CDs im russischen Markt als Fälschungen ausweisen.

Nun leben wir in Westeuropa vielleicht in der Annahme, hier sei es anders – etwas Ungewissheit schwingt aber doch mit. Und TAU Analyzerdann sind da ja noch die bereits erwähnte selbstgebrannten Privatkopien…

Herr Djuric bietet mit dem Tau-Analyzer ein grafisches Tool an, mit dem CDs direkt aus dem Laufwerk heraus überprüft werden können. Einfach, selbsterklärend, aufschlussreich. Dicke Empfehlung!

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