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Lebenszeichen

Ja, ich hab das auch mal gehört. Dass man schnell vergessen wird. Dass Präsenz und Aufmerksamkeit in sozialen Medien über alles geht. Dass man nach 14 Tagen Inaktivität im Netz vergessen ist. Alles richtig. Aber wichtig?

Das ist eine Frage der persönlichen Zielsetzung. Mache ich das hier um Reichweite zu generieren? Nein, das Schreiben ist der Teil meines Hobbys, den ich mit anderen teilen kann ohne mir ständig fremde Menschen zu Hörsessions ins Haus zu holen. Es ist mein Kanal für all die Infos und Gedanken, mit denen ich meine Mitmenschen nicht ständig ungefragt im Gespräch belästigen möchte. Außerdem: Schreiben ist ne ergiebige Fingerübung, wenn der reguläre Job überwiegend aus Sprecharbeit besteht. Ich schreibe hier für mich.

Das letzte 3/4 Jahr stand Hifi für mich nicht immer in erster Reihe, war aber immer da. Genau wie ich. Viel ist passiert, und Einiges generiert auch Geschichten für diesen Blog.

Was kommt?

  • Der Audiophile zieht um – ein kleiner Ratgeber
  • The Full Swing – Bau eines Leistungsverstärkers mit -120dB THD @ 1W
  • Kurze Blitzlichter von den Norddeutschen Hifitagen 2019

Beste Grüße,

Jazzlampe

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Branche, Elektronik, HiFi

Ist das alles?

Das war jetzt mal neu ausgiebige Hörsession mit der Firma Burmester: Die dreieinhalb Stunden Autofahrt mit der V-Klasse von Mercedes-Benz lassen mich doch recht ernüchtert zurück. Da herrscht Pseudoauflösung durch jede Menge Hochton-Energie, es geht auch richtig laut, liefert aber wenig Einsicht ins musikalische Geschehen. Wo sind die Phrasierungen, was ist mit der Feindynamik passiert? Im schicken Luxus-Van passiert emotional gar nix bei mir. Klar, Autos sind keine audiophilen Räume – daran ändert auch Burmester nichts. Doch warum gibt ein Hersteller mit gutem Ruf seinen Namen für etwas her, was nicht überzeugen kann? Und wie sieht der typische Käufer für sowas aus? Bestellt der die Burmester-Anlage, weil es serienmäßig nichts Besseres gibt? Oder lockt der Markenname solvente Kundschaft an, die daheim auch mit dem Küchenradio von Bose zufrieden ist, und jetzt – typisch deutsch – im Auto „das Beste“ haben will?

Wie schon gesagt – ziemlich ratlos.

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Elektronik, HiFi

AC iPurifier

Ich hab da noch was offen: Einen Bericht über den AC iPurifier von ifi.

Das kleine unscheinbare „Gerät“ ähnelt eher einem massiven Schuko-Stecker, ist streng zylinderförmig und in glänzend weißen Kunststoff gewandet. Alles wirkt überaus solide, und in Anbetracht fehlender Bedienelemente fällt mir nichts ein, was am Purifier kaputtgehen könnte. Auf der Oberseite finden wir eine intelligent schaltende 4mm-Buchse und zwei LEDs. Eine LED zeigt funktionierende Erdung an, die andere weist auf falsche oder richtige Polung des Purifiers hin. Das war’s.

Der praktische Nutzen bis hierhin ist eher beschränkt, vor allem in Deutschland. Üblicherweise habe Geräte, die geerdet gehören, einen Schutzleiter, und dieser hat zu funktionieren. Eine Netzleiste, in der der ifi eine fehlerhafte Erdung anzeigt, bringen Sie bitte zum nächsten Recyclinghof. Ander ist es bei Geräten, die man erden kann – diese haben meistens dafür gekennzeichnete Klemmen oder Schrauben. Hier ist der ifi zur Vermeidung von Brummschleifen sinnvoll einsetzbar – eben mit der erwähnten 4mm-Buchse, die sich bei Bedarf selbst schaltet.

Bleibet noch die Polaritäts-Anzeige. Um gleich mal ein Missverständnis zu beseitigen: Der AC iPurifier zeigt am deutschen Stromnetz nur seine eigene Polarität an, nicht die der anderen angeschlossenen Geräte. Verpolungen sind beim Schukostecker prinzipiell nicht zu verhindern aber eben auch schnell zu beheben. Anders beim britischen Commonwealth-Stecker. Wenn der ifi AC iPurifier hier rot leuchtet, liegt ein richtiger Installationsfehler vor, der alle angeschlossenen Geräte betrifft. In Großbritannien hat der Außenleiter rechts zu sein – immer!

 

Die Hauptaufgabe erledigt ifi nach eigenem Bekunden mit Intelligenz. So wird das anliegende Signal analysiert und nahezu jede Störkomponente, die auf dem 50Hz-Sinus mitreitet, durch gegenphasige Signale „ausgelöscht“. Was wir als „Active Noise Cancelling“ vom Kopfhörer kennen, soll hier also den Strom beruhigen. Daneben sagt ifi seinem Produkt eine Schutzfunktion gegen stärkere Störimpulse nach – eine Eigenschaft, die ich in Ermangelung regelmäßiger Blitzeinschläge in 5 Monaten nicht testen musste.

Dafür durfte ich den kleinen Netzfilter in verschiedenen Konstellationen testen und mir dafür richtig Zeit nehmen. Im Artikel „Womit ich so Musik höre“ hatte ich zwei Ketten vorgestellt, die aktuell so bei mir aufgebaut sind. Dazu kommt noch eine Kopfhörer-Station, bestehend aus einem Raspberry/Hifiberry-Gespann und dem hervorragenden Millett NuHybrid-Kopfhörer-Verstärker. An Kopfhörern sind im Einsatz Beyerdynamic DT880 (600Ohm) und DT770(32hm), AMD K701, AKG K271 studio sowie ein Shure SRH840. Das sollte an Diversität genügen: Ein komplett analoges Röhren-Setup mit 18 Watt und konventionellen Lautsprechern, ein digital gefiltertes Transistor-Grab mit 700 Watt Ausgangsleistung und Koax-Horn sowie eine feinsinnige Kopfhörer-Maschine um richtiggehend in die Aufnahmen hineinzukriechen. Dazu bin ich im Testzeitraum auch noch umgezogen (das gibt einen eigenen Bericht), habe also neben allem anderen eine neue Hausverkabelung und möglicherweise eine andere Zusammensetzung von Störquellen bekommen. Das erklärt auch den langen Zeitraum, den ich nun schon mit diesem Test verbringe – die Rahmenbedingen haben sich geändert und wollen fair betrachtet werden.

Der Hersteller selbst schlägt verschiedene Einsatzmöglichkeiten vor: In benachbarten Wanddosen sowie in Steckerleisten vor und hinter kritischen Komponenten. Habe ich alles ausprobiert. Bedarf ist da: Britzeln, Rauschen, Unruhe im Klangbild und zerfaserte Höhen sind alles Erscheinungen, die mir nicht fremd sind. Sie sind nicht sonderlich stark ausgeprägt – dann und wann nehme ich sie aber wahr und würde mich über Verbesserung in diesem Punkt freuen. Und wenn ein iPurifier nicht helfe, so suggeriert ifi, sei es sinnvoll, gleich mehrere Filter einzusetzen. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Ich bin bei einem Einzelexemplar geblieben und wollte hören, was mit einer einmaligen Investition von 119€ möglich ist :

Das kommt jetzt vielleicht ernüchternd rüber, aber es ist mir in 5 Monaten an drei Ketten und in zwei Häusern nicht gelungen, irgendeinen Effekt zu hören, der mit dem Testgerät zu tun hätte. Das Spektrum an Störgeräuschen, das ich bei mir kenne, verändert sich durch den Einsatz des iPurifiers nicht. Es wird nicht dumpfer oder heller, es wird nicht weniger störend und auch nicht leiser. Die Musik wird nicht besser erfahrbar, direkter oder sauberer in den Raum gestellt. Abgrenzung von Instrumenten und Raumbezüge in der Tiefe werden nicht klarer. Da nicht auszuschließen ist, dass sich meine Geräte gegenseitig beeinflussen, habe ich beim Hören eine Komponente nach der anderen ausgesteckt und zum Schluss nur noch mit dem Verstärker am Netz und meinem Ohr am Hochtöner versucht, Änderungen zu erkennen. Dabei enttarnte ich zwei Störenfriede in den eigenen Reihen, gegen die der kleine ifi nichts ausrichten kann (mein Phono-Vorverstärker und die Bullfrog Endstufe).

So wie die Sache steht, ist der ifi iPurifier für mich ein schickes Zubehörprodukt (mit Phasenprüfer,) das ich zwecks Beruhigung meines Gewissens im Steckplatz vor meinem miniDSP eingesteckt lasse. Vielleicht funktioniert ja der Schutz gegen starke Impulse und rettet wenigstens dem DSP mal das Leben?

Womit ich dem Produkt an sich seine Wirksamkeit nicht vollends absprechen will – nur funktioniert es bei mir und meinen Ohren nicht. Die Beschäftigung mit dem Thema ist absolut spannend, und ich werde früher oder später sicher noch einen Filter von Isotek oder Furman ausprobieren. Überhaupt sollten wir Konsumenten mehr experimentieren – und ehrlich darüber sprechen. Dann mit mehr Erfahrung und weniger Marketing-Sprech hätte das Thema Stromversorgung vielleicht mal eine Chance, fair beleuchtet zu werden.

 

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Elektronik, HiFi, In eigener Sache, Röhren

Womit ich so Musik höre

Ja, das ist ein ziemlich egofuckiger Lückenfüller – ich weiß. Aber im Job wie auch privat ist es gerade zu turbulent um über was Substantielles wie Musik zu schreiben. Auch neue Technik ist rar: Der ifi AC ipurifier steckt in verschiedenen Setups immer wieder mal in der Steckerleiste – ein Urteil gibt es dazu aber immer noch nicht. Da liste ich doch erstmal auf, womit ich so Musik höre.

Neben den tragbaren Gerätschaften für S-Bahn, einsame Fußweg und langweilige Hotelzimmer gibt es nämlich zwei etwas größere Setups. Nur falls mal einer fragt:

Raum 1

  • Plattenspieler Technics Sl-1210 mit AT440MLa, Carbonmatte und Plattengewicht bfly PG1+ MK2
  • Digitaltransport Raspberry Pi 2B mit Tuning-Netzteil ifi iPower
  • DAC ifi micro iDSD
  • Diverse Kopfhörer von AKG, Shure und Beyerdynamic
  • Kopfhörerverstärker Millett NuHybrid
  • Phono Vorverstärker Little Bear T10, externes Netzteil und weitere Modifikationen
  • Vollverstärker Cayin A-55T
  • Cinchkabel Martion Orgon Blue
  • Lautsprecherkabel Kimber 8PR
  • Lautsprecher Sonics Amerigo
  • Zubehör Netzkabel und ungefilterte Netzleiste DIY auf Basis von Rittal 7240, Sorbothane-Dämpfer, Rack IKEA Expedit (wegen der Schallplatten)

Raum 2

  • Digitaltransport Raspberry Pi 3 mit HifiBerry Digi Pro
  • SACD-Player Denon DVD-3930
  • Reclocker Mutec MC-3+ Smart Clock
  • DAC, DSP, Frequenzweiche, Raumkorrektur, Vorverstärker MiniDSP 4×10 HD
  • Aktivlautsprecher mit 4-Kanal-Endstufe Martion Bullfrog
  • Kabel alle DIY auf Basis von Cordial, MTI und Sommer
  • Zubehör Netzkabel und ungefilterte Netzleiste DIY auf Basis von Rittal 7240, Rack von Martion

Server

HP-server mit Intel i5, 8GB RAM, 128GB SSD, 4TB HDD, Teac DVD-Laufwerk, Windows 10, Logitech Media Server 7.9 nightly, EAC, Filternetzleiste, WLAN 802.11ac, Internetanbindung mit VDSL 100MBit/s

Und falls noch jemand weiter fragt: Das ganze Streamingzeugs läuft über WLAN, selbst DSD64 und PCM mit 24/192 sind damit problemos und wohlklingend machbar. Für die Leute, die sich gerade überlegen ihr Geld für audiophile Cat.7-Strippen und audiophile Switche auszugeben: Muss man nicht.

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Medien, offtopic

Nein zu No Billag: 72 Prozent der Schweizer stimmen für die Rundfunkgebühr

…und damit für die gesicherte Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Gestern war für mich ein guter Tag. Wenn ich auch in Deutschland lebe und nicht betroffen bin, die Signalwirkung bei einem Ja wäre wohl beängstigend ausgefallen.

Ich wüsste nicht, wie mein Medienkonsum ohne Deutschlandfunk Kultur, den NDR, arte oder 3Sat aussähe. Allein mein bewusster Radiokonsum umfasst 10 Stunden pro Woche. Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie ein so vielfältiges Programm, wie wir es in Deutschland zur Zeit nutzen dürfen, von gewinnorientiert arbeitenden Unternehmen gestaltet werden könnte. Dazu genügt ein Blick auf den IST-Zustand: Gibt es in Deutschland ein privates Kulturradio mit Niveau? Mit Hörspielen, Features und echten Musikredakteuren*? Gibt es überhaupt einen privaten Fernsehsender, bei dessen Konsum eine Aufmerksamkeitsspanne von 5 Minuten nicht ausreichend ist?

Am schlimmsten finde ich dieses neoliberale Gefasel vom Markt, der für alles sorgt. Der für ein Angebot sorgen wird, das wir eigentlich schon hatten und dann kaputtgemacht haben (wie z.B. öffentliche Krankenhäuser). Was tritt denn an die Stelle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, wenn wir den kaputtmachen? Aus „Andruck“ wird ein Youtube-Kanal zum politischen Buch? „Sein und Streit“ gibt ein werbefinanziertes Gute-Nacht-Magazin bei Vox? „Interpretationen (light)“, präsentiert von Klassik Radio und Amazon?Das glaubt doch niemand, oder? Das wird verschwinden – die kleinen Clubs und Buchläden als Austragungsorte gibt es dann auch nicht mehr. Im medialen Raubtierkapitalismus zwischen Amazon, Alphabet, Fox und RTL wird es keine Bedeutung mehr haben. Dann ist es genau da, wo der Markt es haben will.

Da bin ich dagegen.

https://www.tagesspiegel.de/medien/nein-zu-no-billag-72-prozent-der-schweizer-fuer-rundfunkgebuehr/21029924.html

*) Den fleißigen Machern offener Radio- und Fernsehformate möchte ich nicht unrecht tun. Ich bin ein Fan von Radio ZuSa und Tide. Sie begeistern für Radio und Fernsehen, sie bilden aus, sie sind kreativ und für ein lokales Publikum wie auch für kleine Sparten interessante Ergänzungen. Den Gestaltungsspielraum, die Finanzkraft beim Einkauf von Rechten und das journalistische Niveau der gebührenfinanzierten bundesweiten Sender können sie einfach nicht erreichen.

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Elektronik, HiFi, test

Vorschau: Test des ifi AC iPurifier

Am nächsten Wochenende nehme ich mir wieder etwas Zeit für geplant neue Erfahrungen. Diesmal mit einem parallelen aktiven Netzfilter für verhältnismäßig wenig Geld, dem ifi AC iPurifier. Die Infos im Netz sind spärlich, der Vertrieb super nett aber bei den Fakten etwas ungenau. Das muss ich also selbst ausprobieren. Bin gespannt, werde berichten, aber das dauert.

Stromzubehör erschließt sich nicht so schnell wie anderes Hifizeug, das merke ich jetzt und bitte um Geduld.

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